
Marihuana: medizinische, industrielle und rechtliche Perspektive
Cannabis, auch bekannt als Marihuana, sorgt seit Jahrhunderten für Interesse, Debatten und Kontroversen. Diese vielseitige Pflanze spielt eine Rolle in Medizin, Religion, Freizeit und Industrie. Ihre komplexe Geschichte und ihre vielfältigen Verwendungsmöglichkeiten haben jedoch weltweit zu unterschiedlichen Meinungen und Regelungen geführt. In diesem Artikel untersuchen wir genau, was Marihuana ist, seine chemische Zusammensetzung, seine Auswirkungen auf Körper und Geist sowie seine medizinischen und freizeitlichen Anwendungen.
Was ist Marihuana?
Marihuana ist eine krautige Pflanze aus der Familie der Hanfgewächse. Die häufigsten Cannabissorten sind Cannabis sativa, Cannabis indica und Cannabis-RuderalisDie Pflanze produziert chemische Verbindungen, die als Cannabinoide bekannt sind. Das bekannteste davon ist Tetrahydrocannabinol (THC), das für die psychoaktive Wirkung von Marihuana verantwortlich ist. Eine weitere wichtige Verbindung ist Cannabidiol. (CBD), das keine psychoaktive Wirkung hat, aber verschiedene medizinische Wirkungen hat.
Die Hanfpflanze wird seit Millionen von Jahren aufgrund ihrer medizinischen, industriellen und freizeitlichen Eigenschaften vom Menschen genutzt. Zu den historischen Verwendungszwecken der Hanfpflanze vor Millionen von Jahren gehörten die Ernährung durch Blätter und Samen, die Verwendung ihrer Stängel zur Herstellung von Seilen und die Produktion ihrer Samen zur Herstellung ätherischer Öle. Ihre wichtigste Verwendung heute ist jedoch die Herstellung psychoaktiver Drogen, die von der Gesellschaft zu verschiedenen Zwecken konsumiert werden, sei es medizinisch, freizeitlich usw. „Die psychoaktiven Eigenschaften von Marihuana sind hauptsächlich auf das Vorhandensein von Delta-9-Tetrahydrocannabinol zurückzuführen. (THC), welches das primäre Cannabinoid ist, das das Bewusstsein verändert.
Im Jahr 2014 konsumierten laut UN-Daten etwa 3 % der erwachsenen Weltbevölkerung in diesem Jahr Marihuana. UN-Schätzungen gehen davon aus, dass zwischen 127 und 233 Millionen Menschen diesen Stoff konsumiert haben könnten, wobei der Durchschnitt bei etwa 182 Millionen liegt. Obwohl Marihuana vielerorts illegal ist, ist der Konsum in bestimmten Ländern weit verbreitet. Beispielsweise hatten in den Vereinigten Staaten im Jahr 2016 51 % der Bevölkerung irgendwann in ihrem Leben Marihuana konsumiert, davon 12 % im letzten Jahr und 7.3 % im letzten Monat.
Der Konsum von Marihuana hat eine lange Geschichte, die bis ins dritte Jahrtausend v. Chr. zurückreicht. Die Spanier brachten es im 16. Jahrhundert in die Neue Welt. Ab der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts galten jedoch der Konsum, Besitz und Verkauf von Marihuana und Produkten mit seiner psychoaktiven Komponente, dem Cannabinoid, in den meisten Ländern weltweit als illegal. Seitdem haben viele Länder ihre Kontrollen über den Vertrieb dieser Substanz verschärft. Trotz seiner Illegalität ist medizinisches Marihuana in einigen europäischen Ländern sowie in Paraguay, Ecuador, Kanada, Australien und mehreren Bundesstaaten der USA zugelassen.

Geschichte von Marihuana:
Marihuana hat seinen Ursprung in Zentral- und Südasien. Archäologische Funde deuten darauf hin, dass das Inhalieren von Marihuanarauch bis ins dritte Jahrtausend v. Chr. zurückreicht. Dies belegen verkohlte Samen, die in einem rituellen Kohlenbecken auf einem antiken Friedhof im heutigen Rumänien gefunden wurden. Darüber hinaus gibt es Aufzeichnungen über den jahrtausendelangen Cannabiskonsum in alten hinduistischen und sikhistischen Nihang-Zivilisationen in Indien und Nepal. Das Kraut war im Sanskrit als Ganjika und in modernen indischen Sprachen als Ganja bekannt. Marihuana wird auch mit Soma in Verbindung gebracht, einer Substanz, die in den alten indischen Veden erwähnt wird.
Auch die Assyrer waren mit Marihuana und seinen psychoaktiven Wirkungen vertraut und verwendeten eine Substanz namens Qunubu in religiösen Zeremonien. Die Einführung von Cannabis in die arische Gesellschaft wird den Skythen und Thrakern/Dakern zugeschrieben, deren Schamanen, bekannt als Kapnobatai (was so viel bedeutet wie „diejenigen, die auf Rauch/Wolken wandeln“), Blüten der Pflanze verbrannten, um Trancezustände herbeizuführen.
Im Jahr 2003 wurde im Nordwesten der Uigurischen Autonomen Region Xinjiang, China, neben einem mumifizierten Schamanen ein Lederkorb voller Fragmente von Cannabisblättern und -samen entdeckt. Der Korb war etwa 2500 bis 2800 Jahre alt. Dieser archäologische Fund unterstreicht die Präsenz und den antiken Gebrauch von Cannabis in verschiedenen Kulturen und Regionen der Welt.
Marihuana hat eine lange Geschichte in religiösen Ritualen in verschiedenen Teilen der Welt. Archäologen haben in Pazyryk Hanfsamen entdeckt, die auf alte zeremonielle Praktiken hindeuten, wie etwa den Konsum durch die Skythen zwischen dem 5. und 2. Jahrhundert v. Chr. Diese Funde bestätigen frühere historische Berichte von Herodot über den Marihuanakonsum in der Region. Darüber hinaus wurde die Hypothese aufgestellt, dass alte jüdische und christliche Gemeinden Marihuana als Teil ihrer religiösen Rituale verwendet haben könnten. Diese Spekulation basiert auf der Ähnlichkeit zwischen dem hebräischen Wort qannabbos (bedeutet „Cannabis“) und dem hebräischen Ausdruck Bosem qené (übersetzt als „duftendes Rohr“). Es ist bekannt, dass Muslime – insbesondere in Sufi-Orden wie den Qalandars – seit der Mamlukenzeit Substanzen wie Gras in religiösen Kontexten verwendet haben. Diese Beispiele unterstreichen die Präsenz von Gras im religiösen Bereich im Laufe der Geschichte und in verschiedenen kulturellen Traditionen.

Chemische Zusammensetzung:
Cannabis enthält über 100 verschiedene Cannabinoide sowie eine Vielzahl von Terpenen und Flavonoiden, die zu seinem charakteristischen Aroma und Geschmack beitragen. THC ist die wichtigste psychoaktive Verbindung in Cannabis und wirkt auf Cannabinoidrezeptoren im Gehirn, was zu Euphorie, Muskelentspannung und Veränderungen der Zeit- und Raumwahrnehmung führt. Andererseits CBD wirkt entzündungshemmend, analgetische, angstlösende und antipsychotische Eigenschaften, unter anderem.
Auswirkungen auf Körper und Geist:
Die Auswirkungen von Cannabis auf Körper und Geist können je nach Sorte, Dosierung, Konsummethode und individueller Toleranz variieren. Zu den unmittelbaren Auswirkungen des Cannabiskonsums gehören Euphorie, Muskelentspannung, gesteigerter Appetit und veränderte Sinneswahrnehmung. Es können jedoch auch unerwünschte Nebenwirkungen wie Angstzustände, Paranoia, Mundtrockenheit und Tachykardie auftreten. Langfristiger regelmäßiger Cannabiskonsum kann Gedächtnis, Wahrnehmung und Lungenfunktion beeinträchtigen.
Medizinische Anwendungen:
Cannabis wird seit Jahrhunderten medizinisch eingesetzt, um eine Vielzahl von Erkrankungen zu behandeln, darunter chronische Schmerzen, Entzündungen, Epilepsie, posttraumatische Belastungsstörung (PTBS), Glaukom und Chemotherapie-bedingte Übelkeit. Cannabinoide wie CBD haben in zahlreichen wissenschaftlichen Studien vielversprechende therapeutische Eigenschaften gezeigt, was zur Legalisierung von medizinischem Marihuana in vielen Ländern führte.
Freizeit- und Kulturnutzungen:
Neben seiner medizinischen Anwendung wurde Marihuana im Laufe der Geschichte in verschiedenen Gesellschaften auch zu Freizeit- und Kulturzwecken verwendet. Von religiösen Zeremonien bis hin zu gesellschaftlichen Zusammenkünften spielte Cannabis in vielen Kulturen eine wichtige Rolle als Mittel zur Entspannung, kreativen Inspiration und spirituellen Verbindung. Allerdings war sein Freizeitkonsum in vielen Teilen der Welt auch mit Stigmatisierung und Verboten verbunden.
Zubereitung und Verzehrarten:
Die Begriffe Cannabis und Marihuana beziehen sich typischerweise auf die getrockneten Blüten, unteren Blätter und Stängel weiblicher Pflanzen. Dies ist die häufigste Konsumform mit einem THC-Gehalt zwischen 3 % und 22 %. Cannabissorten, die für die industrielle Hanfproduktion verwendet werden, enthalten hingegen weniger als 1 % THC und gelten daher nicht als für den Freizeitkonsum geeignet.
Die THC-reichsten Pflanzenteile sind Blüten und Früchte sowie die Blätter in Blütennähe. Männliche Blätter haben einen geringeren THC-Gehalt als weibliche Pflanzen und sind daher weniger gefragt. Darüber hinaus können sowohl die Mittel- als auch die Seitentriebe zur Ölproduktion genutzt werden.
Marihuana wird meist in Form getrockneter Blätter und Blüten der Hanfpflanze und manchmal auch zu Tabletten gepresst illegal transportiert.
Es entstehen verschiedene Nebenprodukte, wie zum Beispiel Kief, ein trichomreiches Pulver, das durch Sieben der Blätter und Blüten der Pflanze gewonnen wird. Kief wird entweder in Pulverform konsumiert oder zur Herstellung von Haschischkuchen gepresst.
Haschisch:
Haschischist ein konzentriertes Harz, das aus den Blüten der weiblichen Pflanze gewonnen wird. Es ist in der Regel stärker als Marihuana und variiert je nach Reinheitsgrad in der Farbe von schwarz bis goldfarben. Rosin-Hasch ist ein hochreines und hochwertiges Produkt, das ohne den Einsatz von Lösungsmitteln durch Hitze und Druck auf die Cannabisblüten gewonnen wird.
Der südliche und östliche Mittelmeerraum sowie Südwestasien sind die wichtigsten Haschischanbaugebiete. Es kann auch durch Extraktionsmethoden wie „Pollinatoren“ gewonnen werden. Dabei wird eine trocknerähnliche Maschine verwendet, in die getrocknete und gefrorene Cannabisblätter eingelegt werden, um ein feines Pulver mit einer bis zu achtmal höheren THC-Konzentration als die Ausgangsmenge zu erzeugen.
Haschöl:
Flüssiges Cannabis oder Haschischöl, wird aus Marihuanakraut oder -harz gewonnen und zielt darauf ab, psychoaktive Verbindungen wie THC zu extrahieren. Dieser Prozess wird in einem Behälter mit einem Lösungsmittel wie Ethanol, Methanol oder Aceton durchgeführt und so lange gerührt, bis die Substanz vollständig extrahiert ist. Anschließend wird das Lösungsmittel verdampft, um das gewünschte Öl zu erhalten, das eine dunkelbraune oder dunkelgrüne Farbe und eine dicke, pastenähnliche Konsistenz hat.
Ätherisches Cannabisöl wird durch Wasserdampfdestillation frisch geschnittener Cannabispflanzen gewonnen. Dieses Öl hat eine klare, leicht gelbe Farbe und enthält kein THC, verströmt aber das charakteristische Aroma von Cannabis.
Marihuanasamen:
Cannabis sativa, Cannabis indica sind eine wichtige Quelle für Omega-3-Fettsäuren und ihr Öl ist hellgelb. Die Samen enthalten einen hohen Ölanteil von 29 bis 34 %, was Marihuanasamenöl zu einem hochwertigen Nährstoff macht. Ihr Nachteil ist jedoch, dass sie ranzig schmecken können, wenn sie nicht kühl und dunkel gelagert werden.
Aus Hanfsamen, die etwa 30 % Öl enthalten, kann Öl gewonnen werden. Die Extraktion kann mit Lösungsmitteln wie Ethyl- oder Ethanolalkohol erfolgen, vorzugsweise im Kaltverfahren, um die Qualität zu erhalten. Auch andere Lösungsmittel wie Butan, Isopropylalkohol oder Hexan können zur Ölextraktion verwendet werden.
